Criminale 2013 in Bern

„Und du so?“ Die Frage der KollegInnen bezog sich zu 98 Prozent aufs Hotel und, nachdem beantwortet, folgte unweigerlich „Du wohnst in T h u n?“, gefolgt von einem „Typisch Christiane!“, was wiederum Erstaunen meinerseits auslöste.

Tatsächlich residierte ich in einem mittelalterlichen Zunfthaus direkt am Marktplatz, am Thuner See, mit Blick auf die Berge, an Tag 1 + 2 flirrend vor sommerlicher Hitze, an Tag 3 + 4 hochromantisch verschneit (Der Schweizer Verkehrsfunk meldete „Gotthard zu“, „Folgende Pässe nicht mehr befahrbar“ und „Winterreifen erforderlich“).

Für die Lesung mit Nina George und Oskar Feifar hatte ich Gott sei Dank, da weit weg, einen Navi, der nach einiger Übung auch nicht mehr meine eigene Adresse als Ziel angab. In Melchnau im Gasthof Löwen wurde ich von George Hamilton bekocht, da wäre ich am liebsten sitzen geblieben.

Ich habe zwei Veranstaltungen mitgemacht, eine in der Rechtsmedizin in Bern, da wurde auf die Ernsthaftigkeit der Materie gepocht; die andere im Hotel Alpenblick – mit Laszlo Kish – Lesung und Präsentation. Bei einer kurzen Übung sollten wir an unseren letzten Urlaub denken (um uns positiv einzustimmen) und dann die Bühne betreten und Namen nennen und hervorheben, was unser Alleinstellungsmerkmal ist. Mir gelang es WIRKLICH nicht, mich auf den letzten Urlaub zu konzentrieren, als ich durch das Fenster ins Graue und den Schneergen sah und rief „Oh Gott!“, was den Referenten sich auf mich stürzen ließ. Sein Rat: Ich soll eine positivere Einstellung zu meinen Urlauben gewinnen.
*schreibt sich das hinter die Ohren
Und Gesangsunterricht nehmen.

Mein Alleinstellungsmerkmal war, dass ich als einzige der Teilnehmer in THUN wohnte.

TUSCH!
Mein Larry-David-Preis für die beste Stand-Up-Comedy geht an Andreas Izqzierdo und seinen Bericht über den FC Criminale, der mich trotz des frühen Morgens schon zum Zusammenbruch brachte.

Von den Glauserpreisen möchte ich zwei besonders hervorheben, der Romanglauser ging an Roland Spranger mit Kriegsgebiete, ebenso wie ich Bookspot Verlag und der Einzige von allen, der seiner Lektorin dankte, was ich gut verstehen kann, denn das ist auch die meine.

Der Ehrenglauser ging an Gunter Gerlach und die Kolumne von nicht zu Ende gelesenen Büchern, von der er bei seiner Rede gesprochen hat, findet ihr >>>hier!

Nicht frei von Neidgefühlen sah ich bei der Aftershow Silvija Hinzmann mit Edwin Haberfellner im Paartanz über die Fläche gleiten (während die anderen im individuellen Ausdruckstanz vor der Bühne herum seppelten). Trotz ermutigendster Blicke meinerseits wurde ich von Edwin nicht zum Tanzen aufgefordert und das zog sich leider als roter Faden durch meinen Tanzabend.

Natürlich habe ich ein paar Gespräche geführt, von denen ich gespannt bin, was draus wird. :)

Rückfahrt am Sonntag mit Alex Pfeiffer bei geteilter Fahrleistung (nachdem ich geklärt hatte, wann er seinen Führerschein gemacht hatte, wann den letzten Unfall gehabt hatte, wieviele Opfer waren es gewesen, wo ist er versichert, wie ist sein Sozialverhalten bei Provokation durch andere Autofahrer?). Wir waren um eins glaube ich die letzten, die losfuhren.

Da ich vorher unbedingt noch einen Ausflug um den Thuner See machen musste. Warum?! Weil ich zu den Criminaleteilnehmern gehöre, die sich die Gegend anschauen.

Jetzt mache ich hier zwei Tage erstmal den Breiten, mehr denn je davon überzeugt, mich von den aktuellen Aufregern im Netz in Zukunft fernzuhalten. Bildchen folgen, sobald WordPress mir damit nicht mehr mein Layout zerschießt.

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6 Responses to Criminale 2013 in Bern

  1. Georg says:

    Ja, das machst du gut, immer wo ganz besonders zu wohnen. Freut mich.

  2. christiane says:

    Es war SOOOOOOOOOO schön … *strahlt

  3. Lisa says:

    Schöner Bericht, Christiane, und nachdem ich dich in Bern in persona kennen gelernt habe, kann ich mir dazu auch die entsprechende Stimme, Mimik und Gestik vorstellen.
    Mir hat Lazlo ja auch geraten, mich vielleicht an einen anderen Urlaub zu erinnern, ich sei anfänglich so verkrampft gewesen. Nix sonnenwarme Kiesel am Strand von Santorini.
    Mir fiel von meiner wunderbaren Chile-Reise vor einigen Jahren doch partout nichts anderes ein, als der Moment, als ich auf dem Gipfel des Lonquimay, eines dreitausend Meter hohen Vulkans stand und in seinen schneegefüllten, von dichten Wolkenschwaden umwaberten Krater blickte, der beim letzten Ausbruch in den 80er Jahren entstanden ist.

  4. christiane says:

    Und ich KAM gar nicht dazu, mich an einen schönen Urlaub zu erinnern, da ich die Soße draußen sah (vorher vom Fenster abgewandt). Ich war auf einem guten WEG gewesen!

  5. Andreas says:

    George Hamilton kocht? Und Lazlo Kish stürzt sich auf Teilnehmerinnen?

  6. christiane says:

    Lieber Georg, ich habe – allen – die Bildchen mitgebracht! Und diese kleine Geschichte! *strahlt
    Lieber Andreas, Laszlo Kish dachte wahrscheinlich nach meinem Ausruf, ich hätte Herz-Kreislaufprobleme …! **wurde sooooo aus dem Konzept gebracht ***Superkonzept gehabt!

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