Elsies Lebenslust

„Es war ein wunderschöner Sommertag, noch immer schien die tiefstehende Sonne von Westen her in die krummen Gässchen des Greenwich Village, und Ralph fand die Grove Street heute hübscher denn je. Sie war sauber und ordentlich, wie die Barrow und die Commerce Street und Ralph schätzte das sehr. Hier polierten die Leute noch ihre Türklinken und fegten ihre Treppen, anders als drei Straßen weiter in der Morton Street mit ihren Rinnsteinen voll Papier und Mülleimern mitten auf dem Gehsteig. Ralph war sich bewusst, dass er an Dingen und Menschen meist nur die hässlichen Seiten sah, aber das fand er realistisch, sogar klug, denn bestimmten Typen zu misstrauen, bevor sie einem an den Kragen konnten, ersparte einem Ungemach. New York war insgesamt eine marode Stadt. Man brauchte sich doch nur in den verdreckten Straßen umzusehen, um zu wissen, dass die Leute hier nicht an einem Strang zogen, Kinder von klein auf lernten, ihre Pappbecher einfach auf den Gehsteig zu werfen und es völlig normal zu finden, wenn Spinner aller Art in der Gegend herumliefen und Selbstgespräche führten, die meist aus Unflätigkeiten und Flüchen gegenüber Mitmenschen bestanden. Kranke, unglückliche Menschen! Und dann die Tagesdiebe, die einen auf offener Straße ausraubten, indem sie einen von hinten an den Armen packten, während ein anderer einem die Brieftasche zog, und schon waren sie auf und davon. Ralph war das einmal passiert, als er morgens um fünf von der Arbeit kam. Fluch über das Gesindel, diesen Abschaum der Menschheit! Manchmal wünschte Ralph sich, er wäre damals vor zwanzig oder noch mehr Jahren aus New York weggezogen, nachdem er und Irma sich getrennt hatten, beziehungsweise sie ihm mit einem anderen weggelaufen war, wie er sich jetzt ohne Bitterkeit ins Gedächtnis rief. Zum Beispiel hätte er da nach Cleveland in Ohio oder woandershin gehen können, wo es vielleicht noch ein wenig amerikanischer, ein wenig anständiger zuging.“

Patricia Highsmith, Elsies Lebenslust

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Ich merks doch immer wieder,

wie es sich gelohnt hat, Philosophie studiert zu haben. Während des Studiums weiß man es oft nicht so richtig – die große „Was soll das?“-Frage – und viele der Texte sind so quälend und zäh und nichtssagend, und eigentlich war Nietzsche der erste, den man einigermaßen begriffen hat, auch wenn es einem nicht immer gefiel – und dann kamen die Franzosen mit ihren randständigen Diskursen, die so intelligent und voller Abseitigkeit und Witz und Esprit waren – aber ja. Philosophie. Man lernt es in diesem Studium doch, ein bisschen tiefer zu graben als das Naheliegendste und das Alleroffensichtlichste den Schnelldenkern immer nur anbietet. Sich ein bisschen mehr mit dem großen Ganzen zu befassen. Und wenn man dann noch Kafkas Aphorismen kennt – ein wegweisendes, bahnbrechendes, philosophisches Werk (weniger ein literarisches, obwohl der Mann natürlich alles schreiben kann) – dann lernt man sogar, noch tiefer und noch tiefer und noch tiefer zu graben, bis man wie ein Maulwurf tief in den Dreck gewühlt hat.

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It´s all one ghetto, man. And we´re all a part of it.

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Such a sweetheart. And never a dull moment. :) X

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Nuff said.

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Kleine Gesichter

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Diesen kleinen Irren

gibts wirklich. Er lebt in der Tiefsee und kommt nur in der Nacht an die Meeresoberfläche. Biologen haben ihm den Namen >>>Kakadukalmar gegeben.

Und jetzt ihr.

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SMARF

bringt es fertig, im australischen Outback mit maschinengeschriebenen Adressaufklebern auf POSTKARTEN zu operieren.

*liebt SMARF

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