Die beliebtesten Pressemitteilungen 2: Karl Theodor und Steffi

Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg (kurz Karl Theodor) und Stephanie Freifrau von und zu Guttenberg (kurz Steffi) in Greenwich, Connecticut (feilen an einer Pressemitteilung)
Karl Theodor (abschließend): Also gut. PROBIEREN wir es.
Steffi (nickt): Wir werden hier ja auf Dauer verrückt.
Karl Theodor: Aber nicht, dass das als Leichenfledderei rüberkommt … Vor allem, weil ja der Christian und die Bettina … (schaut auf die Uhr) … in einer Stunde am Flughafen sind.
Steffi (fegt das vom Tisch): Passt schon.
Karl Theodor: Und wie verfaxen wir das jetzt? (zeigt auf die Pressemitteilung)
Steffi (stöhnt): Wir vermailen es. Internet, you know.
Karl Theodor (kramt in seiner Hosentasche): Okay … sounds reasonable. Und ich rufe jetzt also AN. Jo. DU glaubst, dass das funktioniert, also funktionierts …
Steffi (mailt die Pressemitteilung)
Karl Theodor (erklärt): Weil wir brauchen ja Unterstützung … sonst klappts nicht (läuft auf und ab) (nickt in den Spiegel) (reibt sich die Hände)
Steffi (legt einen gróßzügigen Verteiler an) (argumentiert): Will doch keiner den Job! Alle sagen ab. Die FREUEN sich, wenn wirs machen!
Karl Theodor (strafft sich): Are you sure, darling … Na dann … (wählt eine geheime Privatnummer) (wartet nervös)
Angela (hebt eigentlich keine unterdrückten Nummern ab, ist aber von einer abenteuerlichen These Philipp Röslers abgelenkt) (bellt ins Handy): JA?!?
Karl Theodor (unterwürfig): Frau Merkel? Angela? Hier ist Karl Theodor zu Guttenberg! Ich rufe an, weil …
Angela (stöhnt, Blick zum Himmel): Alle Freaks der Welt rufen heute MICH an!
Karl Theodor (halt den Hörer fragend weg) (irritiert) (nimmt den Hörer wieder zum Ohr, neuer Anfang): Ähm … also it´s me … Karl Theodor … formerly known as your Verteidigungsminister …
Horst Seehofer (rät weise): Leg auf, Angela!
Angela (spuckt) (fasst es nicht)
Karl Theodor (tapfer):… Habe ich gehört von die tragische Entwicklung in Germany und von die neuen Vacancies in Schloss Bellevue, so I asked myself, hey why not … maybe I should contact dear Angela! And ask, ob ich gebraucht werde! (lacht)
Angela (spuckt) (lacht nicht)
Horst Seeehofer (rät): Leg auf, Angela!
Karl Thedor (elaboriert seine Idee): … könnte ich gleich das Akzent setzen, das die Christian und das Bettina vergessen haben … ich dachte an … (hilfesuchender Blick zu Steffi)
Steffi (schnell): Internet!
Karl Theodor: Probably the Internet, Angela! This hatte eine huge impact auf das arabische Revolution und … und … und … (verliert den Faden, hilfesuchender Blick zu Steffi)
Steffi (weiß gerade auch nicht so genau)
Angela (hyperventiliert): Erst der FISCHER, dann der SCHARPING, dann die HUNZIKER und jetzt DER NOCH!!! (kollabiert)
Horst Seehofer (bestellt ein Sauerstoffzelt unter 110) (hängt Karl Theodor wortlos ab)
Karl Theodor (blickt fragend auf den tutenden Hörer)

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Die beliebtesten Pressemitteilungen 1: Christian und Bettina

Christian und Bettina (feilen an einer Pressemitteilung)
Christian (schreibt): Also es tut mir leid …
Bettina (PR-Fachfrau, dezidiert): Es tut dir NICHT leid: Du hast die Integration in diesem Land auf die Agenda gesetzt, schreib das.
Christian (überrascht): Hab ich?
Bettina (informiert): Das war unsere Herzensangelegenheit.
Christian (schlägt mit der Faust auf den Tisch): Dann schreiben wir das auch hin. Wer sind wir denn! (schreibt)
Bettina: Und versuch, das mal ein bisschen leidenschaftlicher zu sagen als sonst. DAs mit den Herzensangelegenheiten. Du leierst immer so.
Christian: Gut. (unterstreicht „Herzensangelegenheiten“)
Bettina: Das mailen wir auch der Merkel rüber, sonst sagt die nur „Ich wünsche den beiden noch ein schönes Leben.“
Christian (nickt): Das kriegt die fertig. (lacht bitter auf) Und was noch?
Bettina: Wir sind verletzt …
Christian (schreibt) … verletzt … okay … hab ich … wovon?
Bettina (keift): Von der Scheißbildzeitung.
Christian (knatschig): Das letzte Mal, als du mir Tips wegen der Bildzeitung gegeben hast und ich bei denen angerufen habe, gab es erst richtig Ärger …
Bettina (hört nicht auf ihn) (dichtet weiter): Wir haben uns immer korrekt verhalten …
Christian (überrascht): … Haben wir?
Bettina (PR-Fachfrau): Ja, Herrgott. (überlegt) Und dann noch irgendwas von den Kindern.
Christian (schreibt): … Gute Kinder …
Bettina (flippt aus) (streicht durch): … Und wir wünschen allen eine gute Zukunft.
Christian (überrascht): Tun wir?
Bettina (rollt mit den Augen)
Christian (erkundigt sich): Auch der Bildzeitung?
Bettina (herrscht an): JA!
Christian (schreibt) … auch der Bildzeitung …
Bettina und Christian (Gerangel über dem Papier, letzter Satz wieder durchgestrichen) (Dann: Schweigen) Schließlich:
Christian (blickt nach vorn): Jedenfalls muss ich mir jetzt nicht mehr anhören, dass ich ein Langweiler und du so schön bist.
Bettina (hämmert ein): Und vergiss nicht, das Wort „Herzensangelegenheiten“ zu betonen.
Christian: Und dieser Joop kommt mir nicht mehr ins Haus.
Bettina (knurrt): Häuschen.

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Joschka vor dem Visa-Untersuchungssauschuss

Joschka Fischer vor dem Visa-Untersuchungssausschuss
Berlin. Joschka Fischer redet seit zweieinviertel Stunden über die Visa-Praxis des Auswärtigen Amts – und hat noch nicht mal die Spitze des Eisbergs abgetragen.

Alle (hängen in den Seilen) (hassen Joschka Fischer)
Der Vorsitzende Hans Peter Uhl (CSU) (argwöhnisch): Wie lange brauchen Sie denn noch, Herr Außenminister?
Joschka Fischer (gereizt): Bis ich DURCH bin.
Der Vorsitzende (Lust auf Mittagstisch): Nur so ungefähr, hm?
Joschka Fischer (zehrt von Reserven): Ich hab das hier (deutet auf seinen Papierberg) nicht meiner Frau ZUR PROBE VORGELESEN. ICH WEISS ES NICHT!
Der Vorsitzende (flötet): Schon gut, Herr Außenminister. Alles super … wir halten aus.
Joschka Fischer: Ich hab mich VORBEREITET und das arbeiten wir jetzt alle AB.
Der Vorsitzende (ächzt): Genau!
Joschka Fischer: Sie wollten es ja wissen.
Der Vorsitzende (bereut, Joschka, vor den Ausschuss geladen zu haben)Joschka
Joschka Fischer (aus dem Konzept gebracht): In welchem Jahr war ich angekommen?
Der Vorsitzende (launig): 1946, als Ihre Eltern nach Deutschland umgesiedelt sind?
Joschka Fischer (schlägt auf den Tisch): Das ist UNERHÖRT! Ich verbitte mir solche Anmaßungen …
Der Vorsitzende (lacht) (hustet): Entschuldigung, Herr Außenminister! Es war nicht so gemeint … (lacht) (hustet) … Wir waren bei 1999 …
Joschka Fischer (grummelt, nimmt das nächste Fünftel seiner Unterlagen vor sich)
Alle (hassen Joschka)

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