Birdsmountain

Das ist doch nicht zu fassen. Kaum bin ich im Vogelsberg, schneie ich ein. Das war doch letztens schon genauso.

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Statt Einbauküche

Nachhaltiges Wohnen geht übrigens auch mit Edelholzfurnier. Mein Küchenschrank ist Gelsenkirchener Barock, Baujahr irgendwas um 1960, also schon gut 50 Jahre auf dem Buckel, 1987 von mir erbeutet, weiß angestrichen, mit neuen Knöpfchen und Griffchen versehen, gekachelt, Vorhänge von Ikea damals und die seitdem nie verblasst. Jetzt neu verfugt (zwischen den Kacheln). Der Schrank hat noch Zucker- und Mehlschuben. Heißt so, oder?

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Und ich so: Ah, Berufskrankheit!

Ich habe zwei davon – als Autorin will ich immer schreiben und als Lektorin will ich den Leuten immer über ihre Texte drübergehen. Ich lese Bücher sehr selektiv – überflüssige Absätze, Sätze und Satzteile schmeiße ich während des Lesens raus. Wenn das zuviel wird, lege ich das Buch zur Seite.

Das kann zu einer echten Plage werden, sowohl das zwanghafte Schreiben als auch das zwanghafte Redigieren von Texten. Wenn ich Letzteres ungefragt mache, schreibe ich dazu „Berufskrankheit!“

Aber gestern dachte ich: Meine Berufskrankheiten, okay, schlimm, schlimm, sehr nervig, für mich und die anderen – aber was es da noch für welche gibt. In den wirklich miesesten Berufen, den bescheuertesten Positionen, den korruptesten, destruktivsten, kannibalisierendsten und niederträchtigsten Machtstrukturen. Und auch nur in den miesen Berufen, in den bescheuerten Positionen, in den korrupten, destruktiven, kannibalisierenden und niederträchtigen Machtstrukturen. In diesen ganzen die Leute korrumpierenden Berufen.

http://www.youtube.com/watch?v=8U88BjFvSAo

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Einen Gast zum Essen dagehabt …

und riesig angegeben mit einer Linsensuppe … Belugalinsen … Cashmir-Curry … organisch … lange Vorbereitungszeit … fein abgeschmeckt … super.

So richtig geglaubt wurde mir das aber nicht, dass ich Linsensuppe draufhätte.

:/

Aber nicht ganz zu Unrecht … es war die hier … wirklich gut!

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Netflix-Webserie „House of Cards“ bei Sat 1

Die Politserie „House of Cards“ mit Kevin Spacey als machtbewusstem demokratischem Franktionsvorsitzenden wird jetzt auf Sat 1 ausgestrahlt. Dort kann man sie auch in der Mediathek sehen, der Vorteil – man wann will und sie ist scharf. Mit dem Tempo und dem Witz von West Wing kann sie sich bisher nicht messen – aber wer könnte das auch! – und man muss sich erstmal dran gewöhnen, von Kevin Spacey dauernd direkt angesprochen zu werden – aber hey, andererseits, es ist Kevin Spacey!

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Na dann Gute Nacht!

Ort: In den Bergen, ein einsamer Parkplatz
Zeit: Der erste Herbststurm fegt durch
Personen: Christiane, Christianes Navi, eine Hotelangestellte

Christianes Navi (verkündet): Du bist an deinem Ziel angekommen!
Christiane (stellt den Wagen auf dem Parkplatz eines Schlosses ab) (irritiert): Wie? Was? Wo?
Der Navi (wiederholt): An deinem Ziel!
Christiane (hadert mit der Technik): Also diese Navis! Manchmal vertun sie sich aber auch derart was von kilometerweise …! (fummelt an den Einstellungen, gibt das Ziel erneut ein)
Der Navi (flötet): Brauch ich nicht nochmal berechnen, du bist am Ziel!
Christiane (schlägt auf das Lenkrad): Wirklich nicht …! (steigt aus): Das kann nicht sein! Das ist ein Schloss! (betrachtet die großzügige Anlage) (nirgendwo Licht) (kein Mensch) (Parkplatz leer) (dreht sich um sich selbst) Hier ist niemand! (steigt wieder ein, überprüft wieder den Navi)
Der Navi (variiert): Du bist nach null Metern an deinem Ziel angekommen! (feixt)
Christiane (stöhnt): Sehr witzig, ich lach mich tot … (holt nicht ihren Koffer aus dem Auto, sondern überquert sich in alle Richtungen umschauend den Parkplatz und betritt vorsichtig, „Hallihallo?“-rufend den Eingang des Schlosses)

Eingang des Schlosses: Links ist eine Sitzgruppe mit Broschüren und dem SPIEGEL (Titelbild: Bordell Deutschland), rechts eine Rezeption mit Computer, Zimmerschlüsseln, Bürobereich. Kein Mensch, keine Klingel.

Christiane (setzt sich, wartet, blättert in Broschüren, liest im SPIEGEL, schleicht hinter die Rezeption, sucht Unterlagen, findet keine, setzt sich, blättert im SPIEGEL, steht auf, irrt durchs Schloss und viele Etagen und Winkel): „Hallihallo? Jemand da?“ (findet eine Kapelle, einen Billardsaal, einen Konferenzsaal und ein vollausgestattetes Restaurant)
Plötzlich eine weibliche Stimme von unten (Kilometer entfernt): Állo?
Christiane (fährt herum) (horcht nach unten) (eilt Treppenfluchten hinunter) Hallihallo! (hetzt durch Gänge) (stürzt um Ecken) Hallihallo!

Unten im Eingangsbereich. Eine sympathisch aussehende Frau ist eingetroffen und steht freundlich hinter der Rezeption herum.

Die Rezeptionistin: Ah, bonjour, Madame Geldmacher! (kann fließend Deutsch) Haben Sie sich das Schloss schon angesehen? Sind Sie gut angekommen?“
Christiane (erleichtert): Jajaja! … ich bin … sehr … überrascht!
Die Rezeptionistin (aufmerksam): Positiv oder negativ?
Christiane (hastig): Positiv!
Die Rezeptionistin: Ah, gut! Wir haben gerade eine Fortbildung gemacht, die positiven und negativen Aspekte des Schlosses betreffend …
Christiane (hebt die positiven hervor): So ein schönes Schloss! Also ich hatte ja … (setzt zu einer Erklärung an) … bei Booking.com ein Einzelzimmer gemietet, also im Internet, weil ich eine ruhigen Ecke zum Schreiben suche … muss da vorwärts kommen …
Die Rezeptionistin (hört nur halb zu, geht die Anmeldung durch): Soso … aha … jaja … soso … alles klar … ruhig ist es hier … Sie haben das ganze Schloss für sich …
Christiane (hört auch nur halb zu, erklärt weiter): … und dann gabs keine Klingel … und dann war ich in der Kapelle … im Restaurant … alles frei zugänglich …
Die Rezeptionistin (lacht, wühlt in ihrer Tasche, zieht eine Glocke hervor): Da ist die Klingel! (stellt sie auf den Tresen): Die habe ich immer mit, wenn ich nicht gestört werden will! (lacht)
Christiane (stellt fest, dass die Leute interessante Formen der Nicht-Erreichbarkeit entwickeln)
Die Rezeptionistin (lacht): Da können Sie jetzt klingeln, so viel Sie wollen. Das heißt, bis um … (blickt auf die Uhr) … halb neun. Danach hats keinen Sinn mehr. Danach sind wir nicht mehr da.
Christiane: Wie, Sie sind nicht mehr da? Ich bin allein? Im Schloss?
Die Rezeptionistin: Lustig, ne? (trägt Christianes Daten in ein Formular ein)
Christiane (hakt nach): Ich bin der einzige Gast?
Die Rezeptionistin (nickt): Das ist diese Jahreszeit! (vertröstet) Am Wochenende haben wir Gäste.
Christiane: Dann muss ich schon wieder heim. Samstag Mittag fahr ich ab.
Die Rezeptionistin: Zu Hause ist es auch schön. Wann wollen Sie denn frühstücken, Madame Geldmacher?
Christiane (winkt ab): Ach wissen Sie was? Ich brauche kein Frühstück. So ganz allein macht es ja auch keinen Spaß! Nur für einen Gast Frühstück machen … viel zu viel Aufwand …
Die Rezeptionistin (resolut): Sie haben ein Zimmer mit Frühstück gebucht, also gibt’s Frühstück. Wann also? Um acht?
Christiane (große Augen): Um ACHT?
Die Rezeptionistin (sieht, dass Christiane nicht glücklich ist) (kommt ihr entgegen): Besser um sieben?
Christiane (hastig): Acht ist super! (hofft, dass sie rechtzeitig wach ist) (hat keinen Wecker dabei)
Die Rezeptionistin (notiert 8.00 Uhr) (gibt eine Zusammenfassung der Facilities des Schlosses: Kapelle, Billardsaal, Turm, Frühstücksraum)
Christiane (vorsichtig): … W-LAN …
Die Rezeptionistin (schüttelt den Kopf): … Internet … haben wir keins … (weite Geste über die Berge) … hier ist schlechter Empfang!
Christiane (winkt ab) (lacht): Brauch ich ja auch nicht! Ich will ja schreiben! Mich aufs Wesentliche konzentrieren! Da tut mir Abgeschiedenheit nur gut! (hätte gerne Ablenkung) Um sieben nur schnell die Nachrichten geschaut, damit man den Kontakt zur Realität nicht ganz verliert …
Die Rezeptionistin (bedauert): Wir haben leider keine Fernseher auf den Zimmern … Das gehört nicht zum Konzept unseres Hauses.
Christiane (schlägt mit der Hand flach auf den Tresen): Und ich nenne das ein GUTES Konzept! Wozu auch? Fernsehen … so oberflächlich … Ich hab meine Serien-DVDs dabei, die guck ich auf dem Laptop! (lacht perlend) Die Nacht krieg ich schon rum!
Die Rezeptionistin (lächelt freundlich): Genau! Immer positiv!
Christiane (lacht): Gott sei Dank hab ich nicht „The Shining! von Stanley Kubrick dabei! Das wäre ein bisschen zu authentisch.
Die Rezeptionistin (versteht nicht)
Christiane: Zu viel des Guten!
Die Rezeptionistin (versteht nur „gut“): Genau! Immer positiv!
Christiane (erzählt): Wussten Sie, dass es bei Suizidgefahr gut ist, erstmal in Ruhe einen Kaffee zu trinken? Sagt der Philadelphia Inquirer. Eine interessante Untersuchung!
Die Rezeptionistin (lächelt freundlich): Sie bekommen Kaffee zum Frühstück.
Christiane (nickt): Prima, dann bin ich morgen Früh nicht mehr suizidgefährdet. (hofft, dass sie ihre Baldriantropfen dabei hat, um die Nacht im Schloss durchzustehen) (könnte eine Whiskyflasche vertragen) (scherzt): Eine Minibar gibt’s nicht?
Die Rezeptionistin (gibt ihr den Schlüssel für ihr Zimmer im 1. Stock): Kein Alkohol im Schloss und keine Zigaretten! Unsere Alarmanlage ist sehr sensibel. Sie würden das ganze Dorf aufwecken, wenn Sie hier eine rauchen.
Christiane (hat kein Dorf gesehen): Ja, um Himmels Willen … da werde ich ganz leise sein! Ich will hier ja niemandem stören! Nur keine schlafenden Hunde wecken …
Die Rezeptionistin: Also dann bis morgen! Ich komme und mache Ihnen Frühstück. Und dann gute Nacht!
(…)


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Kurzer Prozess

Eine Bildhauerin versucht, ihren langjährigen und todkranken Freund Toni umzubringen, der zu seinen Lebzeiten lieber alle Kranken und Beladenen dieser Welt zu beschenken gedenkt, als ihr, Ela, eine seiner zahlreichen Immobilien als Erbe zu erhalten. Die unter ärmlichen Verhältnissen lebende Künstlerin hat ihrem reichen Freund schon wiederholt ihre prekären Vermögensverhältnisse dargelegt und erntet nur finanziell nicht belastbare Lobpreisungen, wie tapfer sie ihr schweres Leben meistere. Ela, die schon seit Jahren nicht mehr ihre desaströsen Rentenbescheide öffnet, ersinnt einen bösartigen Plan, um Toni ins Jenseits zu befördern. Allerdings involviert ihr Plan ein Minimum an technischem Know-how …

Meine neue Story „Vermintes Gelände“ ist in der Anthologie „Kurzer Prozess“ erschienen, herausgegeben von Almuth Heuner, erschienen im Brücken Verlag, Wiesbaden.

Die Daten:
Almuth Heuner (Herausgeberin)
Dostojewskis Erben
Kurzer Prozess
Brücken-Verlag, Wiesbaden 2013
ISBN 978-3-944080-07-9
8,90 Euro

Die Herausforderung:
Drei Anfänge. Fünftausend Zeichen. Eine Krimistory.

Es traten an:25 Autoren und Autorinnen, von Rhein, Main und Lahn

Das Ergebnis:25 Kurzkrimis. Mit Mord, Totschlag, Erpressung, Entführung Raub, Einbruch, Ausbruch, Diebstahl, Betrug, Rache und arglistiger Täuschung. Mit Auftragsmördern, Serienmördern, Kleinganoven, Großganoven, Polizisten, Privatdetektiven, Dealern, Doppelgängern, ganz normalen Menschen, einer Kirche, einer Landmine und einer geheimnisvollen Waffe.

Die Autoren:Cornelia C. Anken, Karsten Eichner, Leila Emami, Karen Erbs, Jürgen Fauth, Klaus J. Frahm, Johannes Frumen, Christiane Geldmacher, Axel Hadulla, Almuth Heuner, Monika Horle-Kunze, Sabine Koeppe & Thosten Weiß, Alexander Kühl, Bern Köstering, Susanne Kronenberg, Richard Lifka, Eva Lirot, Rodica Meltzer, Alexander Pfeiffer, Andreas Schäfer, Hughes Schlueter, Andreas Stahl, Karin Trappe, Belinda Vogt, Fenna Williams

Die Veranstaltung:Der 8. Dezember ist der Todestag von Friedrich Glauser, der mit seinem Wachtmeister Studer ein Vorbild für viele Krimifiguren geschaffen hat. Die Autorengruppe Syndikat e. V. veranstaltet ihm zu Ehren jedes Jahr den Krimitag, der aus vielfältigen lokalen Ereignissen besteht. Dostojewskis Erben hat speziell für diesen Anlass Fünf-Minuten-Krimis verfasst und präsentiert sie unter dem Titel „Kurzer Prozess“ als Ring-Lesung: In den Räumen der Villa Clementine werden die Geschichten gruppenweise mehrmals gelesen, die Gäste rotieren durch die Räume. Mit dabei: alle 25 Autorinnen und Autoren.

Sonntag, 8.12.13
19.30 Uhr
Eintritt: 8,-/erm. 7,- Euro
Die Eintrittsgelder gehen an das lokale Benefizprojekt
„Ihnen leuchtet ein Licht“.
Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Wiesbaden
Wilhelmstraße/Ecke Frankfurter Straße

Anmeldung unter: Telefon 0179 91 77 352
oder info@dostojewskis-erben.de

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I’m amazed.

Großartig, dieser Song der kanadisch-amerikanischen Sängerin Alanis Morissette, „Surrendering“. Das merkt man erst richtig, wenn man sich die Lyrics genauer anschaut (und nicht nur einfach, wie ich, seit 11 Jahren den Refrain ohne Sinn und Verstand mitschmettert). Unwillkürliche Frage, wie man aus einem solch sperrigen Text einen solchen Groove herausspielen kann, der noch dazu so viele Überraschungsmomente enthält. Und einen grandiosen Schluss.
Aus dem Album Under rug swept, 2002.

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How to avoid writing, by Tony Kushner

Das ist mal ein alternativer Zugang zur Profession. Ich mag sehr die Stelle, in der Tony Kushner sagt, er sei leider keine intellektuelle Gazelle …

„I’m utterly unsuited to the task of telling you how to live a happy, disciplined writer’s life. I’m a slow reader, a deliberate tortoise of a thinker rather than the intellectual gazelle I would like to be; I’m undisciplined and unhappy writing and expect to be until the writing stops. I find a remarkable number of things to do in a day much more compelling than writing. I could give you absolutely sterling advice on how to avoid writing, how when you run out of things to do other than going to your desk …“

We call it failure art!

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111 Gründe, Mainz 05 zu lieben

Das Trikot, das ich im Profilbild meines Facebooks und Twitters trage, spricht eine klare Sprache: Mainz 05.
Die großartige Kollegin Mara Braun hat ein Buch geschrieben, das passender nicht sein könnte: 111 Gründe, Mainz 05 zu lieben, erschienen bei Schwarzkopf & Schwarzkopf.

Yesssssssssssss! Premierenlesung ist am Mittwoch um 17 Uhr im Hugendubel in Mainz!

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